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Ein sichtbares und sicheres Haus für Menschen mit und ohne Papiere
Hinter dem Projekt rasthaus steht die Idee, einen Ort zu schaffen, der sich dem täglichen und systematischen Rassismus öffentlich und praktisch entgegenstellt – allein schon dadurch, dass es das rasthaus gibt.
Die Initiative rasthaus will ein Haus kaufen und dort ein Zentrum für Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten eröffnen. Hier sollen sie Beratung und Unterstützung finden, sich über ihre Erfahrungen und Probleme austauschen können, den Ort als Treffpunkt für ihre Interessen und Aktivitäten nutzen. Es soll dort auch die Möglichkeit geben, sich zu erholen und für eine Weile Unterkunft zu finden. Im Haus soll außerdem Platz sein für politische und kulturelle Aktivitäten und darüber hinaus für andere Betriebe, Gruppen und Vereine, die dem Projekt mit ihrer Nachbarschaft solidarischen Schutz geben können.
Die Idee für ein rasthaus entstand 1998 und hat seither einiges in Bewegung gebracht. Als Immobilie, um das rasthaus zu verwirklichen, entschied sich die Projektinitiative, in Kooperation mit dem Mietshäusersyndikat in Freiburg, für ein Gebäude des staatlichen Sammellagers für Asylsuchende, das im Sommer 2002 geschlossen wurde. Da die Stadt Freiburg Eigentümerin des Grundstücks war, gelang es, mit dem Kaufantrag für ein rasthaus in Freiburg eine öffentliche politische Diskussion über das Projekt und über die Situation illegalisierter Menschen in der Region anzustossen. Zwar entschied sich der Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit gegen den Verkauf des Grundstücks für die Zwecke des rasthauses. Doch auf dem privaten Markt geht die Suche nach einem geeigneten Objekt nun weiter.
Da es bis zur Eröffnung des rasthauses noch einige Hürden zu überwinden gilt, hat die Projektinitiative schon ein paar Bausteine zusammen getragen. So entstand 1999 MediNetz, eine Beratungsstelle für Flüchtlinge und Illegalisierte, die kostenlosen Zugang zu medizinischer Versorgung vermittelt. Veranstaltungen und Diskussionen zur Migrationspolitik und Illegalisierung fanden statt, es entstanden Aktionsgruppen zur alltäglichen Realität der staatlichen Flüchtlings- und Asylpolitik. Im Frühjahr 2000 gründete sich eine regionale Gruppe der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen in Deutschland.
Seit 2001 gibt es mit dem mini-rasthaus einen festen Ort, den die verschiedenen Initiativen als Büro nutzen. Mini-rasthaus ist außerdem ein Treffpunkt für Migrantinnen und Migranten und für alle, die im Bereich Antirassismus aktiv sind. Es ist kleines Internetcafé und Kommunikationszentrum. Es gibt hier das Angebot von kostenlosen Deutschkursen und Computerkursen. Und nicht zuletzt steht mini-rasthaus dafür, dass Freiburg ein rasthaus braucht und es, über kurz oder lang, auch bekommen wird.
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